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Kurzbericht Kjevikan / Ulvöya (19.-26. Mai 2011)

Hallo,

da ich es im Vorfeld versprochen hatte, will ich auch kurz etwas zu unserem diesjährigen Norwegentrip schreiben. Wir waren vom 19. bis 26.5. zu viert in Kjevikan Stortangvika auf der Insel Ulvöya (nahe Helges Fishing Camp).
Wie schon im Vorfeld rumgeunkt: Bisher hat bei allen meinen 17 Norwegenaufenthalten der Fisch nicht mitgespielt, die Fänge waren immer sehr bescheiden bzw. gingen gegen Null. Das war aber nicht nur bei uns so (sonst könnte man das ja einfach auf Unfähigkeit schieben), sondern es waren immer alle Angler der Anlage/Gegend betroffen. Deswegen hatte ich rechtzeitig davor gewarnt, zur gleichen Zeit in diese Gegend zu fahren. Hätten unsere Nachbarn bloss auf uns gehört !

Leider war es dann auch diesmal wieder so. Auch der 18. Trip brachte nur einige wenige gerade so essbare Fische, für die wir uns erheblich ins Zeug legen mussten.
Hier kurz noch ein paar Infos:

Vorbereitung

Die Vorbereitungen waren diesmal die aufwendigsten. Monatelanges Aufstocken des Equipments, Auswendiglernen der Seekarten und Füttern der GPS-Geräte mit allen verfügbaren Daten. Außerdem natürlich Kraftsport, Messer schleifen, Montagen knüpfen, etc. ...
An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle, die uns mit Kartenmaterial, Koordinaten und allgemeinen Tipps versorgt haben, besonders an schwedenklausi, angelnrolfman und djac.

Anreise

Wie immer mit Kombiticket über Gedser/Helsingör.
Verlief insgesamt nicht so problemlos wie sonst. Am ersten Tag 1,5h Stau in Göteborg und Komplettausfall meines Handys.
Dafür dann eine schöne Hütte zur Zwischenübernachtung auf dem Campingplatz Elverum.
Am 2. Tag dann Autopanne. Das Warten auf den norw. Pannenhelfer und die Reparatur in der nahegelegenen Fachwerkstatt nahmen 4h in Anspruch. Hätten wir gewusst, dass am Zielort Sturm herrscht, hätten wir das Ganze wahrscheinlich etwas gelassener genommen...
So haben wir dann um 19 Uhr bei der Ankunft die sehr schöne Unterkunft bezogen und schon mal die Angeln vorbereitet. Alles in der Hoffnung, dass die Wetterberichte sich irren mögen (der positivste sagte 4 wetterbedingte Ausfalltage für die kommende Woche voraus).
Am nächste Morgen dann einigermaßen ruhiges Wetter und die Einweisung in die Boote durch Arild.
Wir hatten diesmal für 4 Angler 2 17Fuss-Aluboote mit 40 bzw. 25PS gebucht, da wir die Befürchtung hatten, dass es mit einem Boot sonst reichlich eng werden würde. Eine gute Entscheidung.

Angeln

Und dann ging es los. Wegen der noch etwas aufgewühlten See blieben wir erst mal auf der Westseite der Insel und haben die etwas steilere Abbruchkante beangelt. Das brachte einen Leng von 4Pfd und einen sehr schlanken Dorsch von knapp 10Pfd.

Foto Lumb

Der erste Dorsch - Überraschung beim Lengangeln

Neben einigen kleineren Köhlern, die unter der Brücke gefangen wurden, war das alles, reichte aber für die erste Fischmahlzeit.

Tja, und die nächsten Tage blieb es ähnlich. Der Wind spielte mit; bis auf den vorletzten Nachmittag war immer gutes Wetter. Die Fische machten sich leider rar.
Wir haben intensiv mit Gummifisch und Pilkern in den Schären und über den Bergen sowie an felsigen Kanten in 100-230m Tiefe mit Kleinköhlern geangelt, unsere Ausfahrten an den Tidenkalender angepasst bzw. die Zeit (gefühlt) fast nur noch auf dem Meer verbracht. Aber außer Miniköhlern, einigen wenigen Lengs (bis 5Pfd), 2 Lumbs (jeweils 6Pfd), 3 Dorschen (6-10Pfd) und vielen Haien (Fleckhaie, schwarze Dornhaie) fingen wir nichts.

Foto Lumb

Der größte Lumb - aus 230m Tiefe

Aber wie immer waren die schlechten Fänge nicht auf uns beschränkt. Insgesamt wurde so wenig gefangen, dass alle frustriert waren. Auch die Stammgäste der Anlage konnten sich nicht an so eine schlechte Woche mit ausbleibenden Köhlern und Pollacks erinnern. Besonders schade war das natürlich für meinen Vater. Aus gesundheitlichen Gründen sollte sein 5. Norwegentrip auch der letzte sein und ich hatte mir so gewünscht, dass er wenigstens 1x einen etwas größeren Fisch (villeicht wenigstens über 5kg) fängt. Das wurde leider wieder nichts. Es ist zum Verzweifeln.

Rückfahrt

Trotz der ausbleibenden Fänge fiel uns der Abschied schwer.
Nach dem vorletzten Tag mit immer noch sehr rauer See war die See dann am Abreisetag spiegelglatt.
Die Rückreise war dann wieder problemlos. Nach genau 24h waren wir wieder zu Hause (und haben wie die Männer den Spott der Frauen ertragen).

Fazit

Unterkunft: sehr gut / empfehlenswert
Boote: sehr gut
Gebiet: abwechslungsreich; gefiel uns sehr gut
Fänge: fast null
Ursachen: darüber kann man nur spekulieren. Einige meinten, das Wasser wäre zu kalt.
Aber an anderen Orten in der Umgebung (bspw. Kvenvaer) gab es ja Köhler... Wahrscheinlich reist einfach das Pech mit uns.

Falls einer noch ernstgemeinte Tipps hat, was wir falsch gemacht haben könnten, wären wir dankbar.
Denn: Nach Norwegen ist vor Norwegen!
Wir lassen uns nicht entmutigen.
Die Planung für den nächsten Urlaub läuft schon!

Mullet
31. Mai 2011

 

© salmo trutta